Ansprüche

30/12/2023

Ich schreibe gerne. Aber wieso schreibe ich dann keine Blogeinträge? Das Schreiben an sich ist irgendwie eine Sache, die von selbst passiert. Es ist ein Bedürfnis. Es ist mein Bedürfnis. Und wenn ich das Gefühl habe, ich muss jetzt was schreiben, dann schreibt sich das Geschriebene eigentlich von alleine. Wenn ich was aufschreibe, dann mach’ ich das für niemanden, für nichts, ohne Sinn, sondern einzig und allein aus diesem Bedürfnis heraus. Ich will damit nichts erreichen. Ein Blogeintrag ist anders, den will ich schreiben, der schreibt sich nicht von selbst. Da muss ich drüber nachdenken, den muss ich strukturieren, der soll Leute ansprechen, der soll mich ansprechen. Da habe ich Ansprüche. Ansprüche sind irgendwie scheiße. Zumindest bei mir. Die funktionieren nicht. Denn ich fange Dinge gar nicht erst an, aus Angst meine eigenen Ansprüche nicht erfüllen zu können. Das ist beim Texte schreiben so und beim Malen und neuerdings auch beim Schachspielen. “Ich spiele lieber gar nicht, bevor ich noch verliere.” denke ich immer und google lieber, ob überhaupt jeder gut im Schach werden kann. Eigentlich weiß ich, es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Aber diese blöde Angst zu versagen, macht mir alles kaputt. 

Irgendwie habe ich aber keine Lust, mich dieser Angst hinzugeben. Warum auch? Ich weiß doch eigentlich, dass es egal ist, wenn man im Schach verliert, ein hässliches Bild malt oder einen sprachlich nicht ganz so ansprechenden Blogartikel schreibt. Denn es sind die Fehler, aus denen man lernt. Oder nicht? Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich muss mich der Realität des Versagens einfach stellen und mir selbst sagen “Juckt?”. Deswegen hier, voila, ein Blogeintrag vom nicht ganz so Feinsten. 

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